Die Zukunft der Psychoanalyse – Die Berechenbarkeit von Menschen
Ein Blick in die Zukunft der Psychoanalyse
"Ich weiß was Du nächsten Sommer tun wirst" ~ Google
Datenkrake, Datensammelwut u.ä. Begriffe werden häufig im Zusammenhang mit Google genannt. In der Tat sammelt Google so viele Daten wie nur irgend möglich. Unter anderem allgemeine Daten wie z.B. Geo-Daten (Google Earth, Google Maps, Google Streetview). Darüber hinaus indiziert Google nahezu das komplette Internet inkl. dem darin enthaltenen Wissen und hat schon längst begonnen auch sämtliches in den Büchern dieser Welt vorhandene Wissen digital nutz- und durchsuchbar zu machen (Google Books).
Ich würde mal sagen, die Antwortmaschine rückt in greifbare Nähe und es wird der Tag kommen, an dem zumindest Google nahezu alles weiß, was man wissen kann. Wenn man (als einziger!) über alles frei verfügbare Wissen dieser Welt verfügt, sowie über die Technik und Ressourcen diese Informationen entsprechend zu verarbeiten und auf bestimmte Art und weisen auszuwerten (vgl. Artikel Beyond Google - Die hohe Kunst der Internet-Recherche), dann kann man damit schon so einges anstellen.
Wissen ist Macht. Google wird voraussichtlich übermächtig werden. Die o.g. Tatsachen bieten viel Nahrung für filmreife Verschwörungstheorien wie z.B. der von Googlezon, ein Szenario in welchem Google und Amazon fusionieren. Googlezon - die Zukunft der Medien - der Film (von 2006):
Oder was wäre wenn eine künftige US-Amerikanische Regierung auf die Idee kommt den Konzern Google mal ebend zu verstaatlichen und das Missing Link zwischen den gesammelten Daten und den Interessen der Geheimdienste herstellt? In Bezug auf allgemeine Daten könnte das allenfalls maßgeblich entscheidend im Falle eines Krieges sein.
Transferieren wir diese Szenarien, wie schon in dem Film gesehen, auf die Nutzung von privaten Daten. Ja, auch diese sammelt Google fleißig. Die zur Verfügungstellung kostenloser und technisch ausgereifter sowie komfortabler Tools lässt die privaten Daten der Nutzer in Massen in den Datenpool von Google fließen.
Was hat das alles mit der Zukunft der Psychoanalyse zu tun?
Nehmen wir an Sie sind in Bezug auf datenschutzrechtliche Bedenken ganz entspannt und nutzen all diese Möglichkeiten. Sie kommunizieren über Google-Mail, erstellen Texte, Tabellen u.ä. online mit Google-Docs (Ihr Unternehmen übrigens auch), verwalten Ihre Termine über den Google-Kalender und das alles über den Google-Browser Chrome, welcher auf Basis eines Google-Betriebssystems läuft, Sie telefonieren und schreiben SMS mit einem Google-Handy und Ihr Hausarzt fühlt sich so frei Ihre Krankenakte nun auch digital über eine Google-Applikation zu verwalten. Sie nutzen natürlich noch weitere der vielen (kleineren) Google-Angebote und suchen selbstverständlich auch fast ausschließlich mit Google.
Herzlichen Glückwunsch! Sofern Sie mehr über sich erfahren möchten, können Sie sich den Psychoanalytiker wohl theoretisch sparen. Mit Hilfe von bestimmten Algorithmen weiß Google möglicherweise bereits mehr über Sie als Sie selbst. (Jetzt müssen nur Sie noch irgendwie an diese ausgewerteten und entsprechend aufbereiteten Daten kommen (wenn diese nicht gerade zufällig durch eine etwaige Datenpanne eh jedem frei zugänglich über das Internet sein sollten)).
Soviel zum Thema Zukunft der Psychoanalyse. Die Tatsache dass der Suchmaschinengigant tatsächlich schon die Kündigungswahrscheinlichkeit seiner Mitarbeiter mit Hilfe eines Algorithmusses berechnet, rückt die in diesem Zusammenhang eher scherzhaft anmutende Überschrift in ein etwas anderes Licht.
Wer mehr über das Treiben von Google erfahren möchte, dem sei das GoogleWatchBlog empfohlen.
